PRESSESTIMMEN
Die kleine und grosse Geschichte bringt dieses Stück klug zusammen. (...) Franziska Greisings Stück, im Wettbewerb der Innerschweizer Kulturbeauftragten-Konferenz ausgezeichnet, macht aus dem historischen Stoff ein Spiel, das gleicherweise mit lebendigen Szenen überzeugt wie mit einer Sprache, die träfe Pointen genauso hören lässt wie unaufdringlich Hintersinniges. Das Spiel im Einsiedler Rossstallhof ist Laientheater vom Besten und ein Erlebnis, das Schauplatz, Stück und Darstellung aufs glücklichste zusammenfügt.
Neue Luzerner Zeitung, 8. August 1997
Franziska Greising verfolgt das elende Geschick der Anna Vögtlin als aufmerksame und gewissenhafte Chronistin. Sie registriert - romanhaft ausgeschmückt - die Ereignisse, so wie sie sich abgespielt haben mögen. (...) Die Autorin malt mit liebevoller Genauigkeit und Farbenfülle lebhafte Szenen vor spätmittelalterlicher Kulisse aus, und mit eindrücklicher Drastik schildert sie - Höhepunkt des Romans - die Gerichtsverhandlung, und zwar so, wie sie sich einer heutigen Sichtweise zwangsläufig präsentieren muss.
Der kleine Bund, 29. April 2000
Franziska Greising stützt sich auf historische Quellen und schneidert den überlieferten Fakten ein romantisiertes Kleid. Das hat seinen unbestrittenen Charme, denn es gelingen ihr auch eindrückliche und sinnlich-zärtliche Stimmungsbilder.
Tagesanzeiger, 7. Juli 2000
So könnte es gewesen sein, denkt man immer wieder während der Lektüre des Romans. "Das Schweinewunder" lässt in vielen Verästelungen und schönen Textmäandern eine Zeit und ihre Menschen wieder auferstehen, in denen durchaus auch heutige Konflikte und Ängste erkennbar sind. Die Autorin inszeniert in wohldosierter Sprachphantasie und Einfühlungsgabe ein Stück Frauengeschichte aus dem Mittelalter. Ganz bestimmt liefert sie nicht einfach ein verspätetes Hexenbuch, viel eher ein farbiges, mittelalterliches Tableau, das aufmerksame Blicke verdient.
Neue Mittellandzeitung, 26. April 2000
Die Geschichte ist bruchlos in der alten Zeit angesiedelt, detailgenau rekonstruiert die Erzählung Lebens- und Denkweise des frühen 15. Jahrhunderts (...).Das ist eine stimmige Geschichte, die unaufdringlich und ohne jede entrüstete Zeigefingermoral einer ungewöhnlichen Frau gerecht werden will. Das Ganze als ein Exempel, als ein auf die Gegenwart zu beziehendes Lehrstück zu nehmen, bleibt den Lesern überlassen. Gerade in der Zurückhaltung liegt die Qualität diese Romans.
Neue Luzerner Zeitung, 3. April 2000