Grossvater

 

 

 

    Alle reden von ihm. Den Schnee übersteht er kahl und schwarz, er gedeiht im Garten der Großeltern, verharrt jahraus, jahrein nicht weit vom Haus, sieht aus wie eine Riesenkirsche, und über Nacht fängt er zu blühen an.

Auf Händen und Füßen rückwärts über die Tritte hinunter, mit den Zehen vorsichtig Halt finden hinter mir. Das behagliche Lachen der Onkel und jenes helle, zärtliche der Tanten in ihren Korbstühlen und Liegen.
Kleine Bohne, bravo!

Der Baum trage einen Brautschleier, beteuert Papa. Mama mit ihrem hochgekämmten, dunklen Haar, die Onkel und Tanten, Melody und die Kusine, lauter Farbtupfer in Großmamas Garten. Sie bücken sich von Zeit zu Zeit, stecken ihre Arme in die Rabatten und die Köpfe ins Gebüsch, langen mitten in weiße, mitten in gelbe Blumen und Sträucher. Die Hosen und Hemden der Onkel sind hell, bei jedem Schritt flattern sie ihnen um die Schuhe. Die Kleidchen meiner Tanten enden bei den Knien und schimmern aus all dem Grün wie Großmamas Schlehdornhag. Papa hält eine schwarze Schachtel vors Gesicht. Das Ding besitzt ein Rohr und schnurrt. Ich soll drei Stufen hinunter und wie die andern den Kopf über die Rabatten beugen, die Arme ins Gebüsch vergraben.

Beharrlich einen Fuß hinter den andern setzen, einmal sind die Stufen überwunden. Nun das Aufrichten, ob es gelingt, ist ungewiss. Papa lässt am Auge seine Schachtel surren, bis ich stehe und die Hände gegeneinander reibe, um das Zeug loszuwerden, das an ihnen klebt.

 

 
 

 

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