Neben der Frau, die sich so schläfrig über die Leinwand lagert, bewache ich auch Frauen mit Hüten, mit Hunden, Frauen mit mageren Schultern. Und gerade die Armut der letzteren verführte den Maler wieder und wieder zu Darstellung. Daher ist es vielleicht nicht richtig, dass ich mich bei der Aufseherin schon wegen meines niedrigen Einkommens beschwert habe. Zudem mag sie solche Beschwerden nicht, sie möchte meinetwegen mit den Behörden nicht in Schwierigkeiten geraten. Wie viele Frauen findet auch sie, ich müsse um jede Bezahlung froh sein, die man mir gebe, denn auf meinen Platz hier warten andere schon länger als ich. Dennoch bin ich immer wieder so ungeschickt und beschwere mich. Ich kann es nämlich auch schlecht ertragen, dass mein kleines Gehalt stets mit Verspätung bei mir eintrifft. Aber die Aufseherin sagt, die Behörde können gewiss nicht alle Zahlungen gleichzeitig ausführen, man müsse Verständnis haben. Ich streiche die Butter und den Käse vom Speisezettel und nehme die Kartoffeln trocken, bis das Gehalt kommt. Dass ich überhaupt Kartoffeln habe, sagt die Aufseherin, hätte ich ihr zu verdanken. Sie habe dafür gesorgt, dass ich hier etwas zu verdienen hätte. Seither geht sie durchs Haus und denkt Bosheiten aus, die mich aufreiben. Dabei wedelt sie Staub von den Bildern und hofft, dass ich aus eignen Stücken den Platz hier räume. Ich lasse sie ohnehin jeglichen Kunstsinn vermissen, denn wie sonst käme ich dazu, von der unersetzlichen Taube die Glasglocke entfernen zu wollen.